Es ist Zeit für Slow Fish!

04 Giugno 2021

Die Veranstaltung beginnt heute und findet bis zum 04. Juli sowohl online als auch offline statt

Slow Fish, die alle zwei Jahre von Slow Food und der Region Ligurien in Italien organisierte Großveranstaltung, findet aufgrund der Pandemie dieses Jahr sowohl in Form von Online- als auch Live-Veranstaltungen statt. Das Thema der 10. Ausgabe ist Wasserkreisläufe.

Heute fällt der Startschuss für die Online-Aktivitäten: Ein buntes Programm von Veranstaltungen, die sich mit den Problemen und Herausforderungen beschäftigen, von denen unsere Weltmeere heute betroffen sind. Dabei kommen verschiedene Gemeinschaften von Fischern, Wissenschaftlern und Köchen zu Wort. Auch Organisationen, die uns zeigen, wie wir alle etwas dazu beitragen können, eine bessere Zukunft zu gestalten, sind mit von der Partie. Es wird Konferenzen und Foren geben; Infovideos der Reihe So wird’s gemacht, bei denen man mehr über Produktionstechniken, Rezepte und andere Geheimnisse der Lebensmittelzubereitung erfahren kann. Sehenswert sind außerdem das Format der Meeresgeschichten von Völkern und Gemeinschaften auf der ganzen Welt; die Reihe von Online-Dialogen Fisch auf dem Trockenen, die vermeintlich weit entfernte Welten zusammenbringen; sowie die Food Talks mit Schriftstellern, Ökonomen, Philosophen, Anthropologen und Umweltschützern.

Die Präsenzveranstaltung findet vom 1. bis 4. Juli in der italienischen Küstenstadt Genua statt: Geschmackserlebnisse, Verabredungen zum Abendessen und weitere Veranstaltungen vor Ort in Ligurien stehen auf dem Menü von Slow-Fish. Das vollständige Programm finden Sie auf der Webseite der Veranstaltung.

„Ziel von Slow Fish 2021 ist es, zu zeigen, dass individuelle und kollektive Entscheidungen weit größere Auswirkungen haben, als wir uns vorstellen können. Denn von einer mikroskopischen bis hin zur planetarischen Ebene ist alles miteinander verbunden und steht in komplizierten wechselseitigen Abhängigkeiten”, kommentiert Nina Wolff, Expertin für Fischerei, Erhaltung der marinen Ökosysteme und der Biodiversität sowie Mitglied des neuen Verwaltungsrats von Slow Fish. Dieses neue Leitungsorgan des internationalen Slow-Fish-Netzwerks, das heute präsentiert wurde, setzt sich aus Wissenschaftlern, Aktivisten und Fachleuten aus verschiedenen Bereichen zusammen, einschließlich der Fischereiwirtschaft. Es deckt unterschiedliche regionale Kontexte ab und spielt eine wichtige Rolle innerhalb des Netzwerks, um den Zusammenhalt zu stärken und ein proaktives und pragmatisches Vorgehen sicherzustellen. Der Verwaltungsrat soll einerseits die politische Marschrichtung der Kampagne vorgeben, sich andererseits aber auch um technische und regionale Fragen rund um die biologischen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte der Fischerei kümmern. Treffen Sie die Mitglieder des Verwaltungsrats hier.

„Slow Fish legt den Fokus seit jeher auf die Ozeane und Meere. Denn auch deren Ökosysteme und Gesundheit haben erhebliche Auswirkungen auf unser eigenes Leben auf der Erde“, so  Paula Barbeito, Koordinatorin des Slow-Fish-Netzwerks. „Man denke nur daran, welchen Einfluss Ozeane und Meere auf das Klima haben, oder wie die Menschen mit ihrem Verhalten diese Ökosysteme beschädigen können. Intensive Produktion beispielsweise erfordert den massiven Einsatz von Chemikalien, die die Atmosphäre verschmutzen, den atmosphärischen Kohlenstoffgehalt erhöhen und sogar den pH-Wert der Ozeane beeinflussen, was auf lange Sicht zu deren Versauerung führt. Nachhaltige Aktivitäten hingegen versuchen, das natürliche Gleichgewicht so wenig wie möglich zu stören.” Hier können Sie mehr erfahren.

Die Ozeane und ihre  wechselseitigen Abhängigkeiten stehen im Mittelpunkt der Konferenz Die Zukunft unserer Weltmeere, die am 8. Juni, dem Welttag der Ozeane, stattfindet. Mitglieder des Verwaltungsrats stellen die Vision von Slow Fish zu den Weltmeeren als  globalem Gemeingut vor, sprechen über gute Praktiken und präsentieren Lösungsansätze für einige gängige Probleme.

Am 14. Juni geht es im Forum Marine Biodiversität: Ein Netz an Verbindungen darum, dass Flusseinzugsgebiete grundlegend für den Transport von nährstoffreichem Süßwasser sind, das für das Ökosystem der Weltmeere unverzichtbar ist. Anhand von Erfahrungsberichten aus aller Welt erfahren wir mehr über die kollektiven Aktivitäten zum Schutz der Meere und was passiert, wenn es solche kollektiven Aktivitäten nicht gibt.

Während des Webinars Klassifizierung von Meeresmüll am 21. Juni  steht die Politik im Vordergrund und wie sie die Menge an Plastik in den Meeren reduzieren kann. Außerdem widmen wir uns der Frage, wie Fischer Meeresmüll entsorgen können, ohne die Gesundheit der Weltmeere zu beeinträchtigen.

Am 30. Juni präsentieren wir Foodnected, ein Projekt zur Förderung des Übergangs zu nachhaltigen und fairen Lebensmittelsystemen im Mittelmeerraum. Die Schwerpunkte werden von Lebensmittelerzeugern definiert, die in kleinem Maßstab und nachhaltig arbeiten und mit ihrem Einsatz eine bessere Zukunft für die Menschen und für den Planeten repräsentieren.

Gärten oder Monokulturen? Algenkultur am Scheideweg. Bei dieser Podiumsdiskussion am 3. Juli  setzen sich in kleinem Maßstab arbeitende Sammler von wildwachsenden Algen aus aller Welt mit aktuellen Problematiken im Bereich Algenanbau auseinander, analysieren die vorherrschende Sichtweise auf Aquakultur und das Paradigma der Blue Economy.

„Viel zu lange hat die Politik den Meeren aus unterschiedlichsten Gründen keine Priorität eingeräumt, wenn es um die Planung von Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Umwelt, Gesundheit, Wirtschaft und Gerechtigkeit ging“, so Wolff. „Die aktuelle Lage ist ernst: Die Verschlechterung und Fragilität der marinen Ökosysteme und der Bevölkerungen, deren Subsistenz direkt davon abhängt, ist offensichtlich. Aber es gibt auch einige positive Anzeichen: Die Gesellschaft entwickelt ein immer größeres Bewusstsein für Umwelt- und Ernährungsfragen und wird immer mehr für ethische Konsumentscheidungen sensibilisiert. Wir müssen diese Gelegenheit nutzen und so bald wie möglich neue Governance-Methoden und innovative Ansätze umsetzen.”

Slow Fish ist gleichzeitig die internationale Kampagne von Slow Food, um die Wertkette hinter Fischereierzeugnissen wiederzuentdecken. Sie entwickelte sich aus dem kollektiven Know-How des internationalen Slow-Fish-Netzwerks, einer Gemeinschaft von nachhaltig arbeitenden Lebensmittelerzeugern, Fischerinnen und Fischern, Biologinnen und Biologen, Köchinnen und Köchen, die gemeinsam daran arbeiten, ihre sozialen Verbindungen zu stärken – eine unerlässliche Grundlage für eine gesunde und umweltfreundliche Wertkette.

Slow Fish: Die Veranstaltung findet alle zwei Jahre in ungeraden Jahren statt und wird von Slow Food und der Region Ligurien mit Unterstützung der Stadt Genua, des Italienischen Ministeriums für den ökologischen Übergang und der Handelskammer Genua organisiert. Slow Fish wird ermöglicht dank der Unterstützung seiner Partner, darunter die Hauptpartner BBBell, FPT Industrial, Pastificio Di Martino, Quality Beer Academy (QBA), Reale Mutua und UniCredit; Sach-Partner Bormioli Rocco, Bormioli Luigi, BSD Liebherr, Rina und S.Bernardo; Green-Partner PoolPack, Amiu und Ricrea.

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